Morgens beim ersten Kaffee ein kurzer Blick aufs Handy: In einer Großstadt wurde ein Mann bei einem Streit mit einem Messer schwer verletzt. Auf dem Weg zur Arbeit läuft im Radio die Meldung über einen Wohnungseinbruch. Mittags schickt jemand in der WhatsApp-Gruppe ein Video von einer Schlägerei am Bahnhof. Abends erscheint bei Instagram ein Beitrag über einen Überfall, gefolgt von einem Video mit der Überschrift: „Kann man sich in Deutschland überhaupt noch sicher fühlen?“
Vier Meldungen über Kriminalität an einem einzigen Tag.
Es wäre nicht besonders überraschend, wenn am Ende dieses Tages das Gefühl zurückbleibt: Es wird immer schlimmer. Aber wird es das wirklich?
Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn wenn wir darüber sprechen, wie sicher oder unsicher unsere Gesellschaft ist, sprechen wir häufig über zwei unterschiedliche Dinge: über die tatsächliche Kriminalitätslage und über unsere Wahrnehmung von Kriminalität. Und beides muss keineswegs übereinstimmen.
Genau an dieser Stelle wird es spannend. Denn unser Gehirn ist kein Statistikprogramm. Es zählt nicht sämtliche Straftaten eines Jahres zusammen, vergleicht Häufigkeitszahlen und berechnet anschließend unser persönliches Risiko, Opfer einer Straftat zu werden. Unsere Einschätzung entsteht vielmehr aus dem, was wir selbst erleben, was Menschen in unserem Umfeld berichten, was wir lesen und sehen – und vor allem daraus, was uns im Gedächtnis bleibt. Das bedeutet:
Gefühlte Sicherheit ist nicht dasselbe wie tatsächliche Sicherheit.
Wie sicher wir uns fühlen, hängt zunächst einmal nicht ausschließlich davon ab, wie viele Straftaten tatsächlich geschehen. In der Kriminologie wird deshalb zwischen der objektiven Sicherheitslage und dem subjektiven Sicherheitsempfinden unterschieden. Besonders deutlich zeigt sich dieser Unterschied bei der sogenannten Kriminalitätsfurcht.
Damit ist nicht nur die konkrete Angst gemeint, in diesem Moment Opfer einer Straftat zu werden. Kriminalitätsfurcht umfasst verschiedene Bereiche unseres Erlebens: Wir können uns vor einer Straftat fürchten, wir können die Wahrscheinlichkeit überschätzen, selbst Opfer zu werden, und wir können aufgrund dieser Einschätzung schließlich unser Verhalten verändern. In der Forschung werden diese Bereiche als affektive, kognitive und konative Dimension der Kriminalitätsfurcht bezeichnet.
Das klingt komplizierter, als es ist: Vielleicht fühlen wir uns unwohl, wenn wir nachts allein durch ein Parkhaus gehen. Das ist die emotionale Seite. Vielleicht halten wir gleichzeitig einen Überfall dort für relativ wahrscheinlich. Das ist unsere gedankliche Risikoeinschätzung. Und vielleicht entscheiden wir uns deshalb, das Parkhaus abends grundsätzlich zu meiden oder jemanden anzurufen, während wir zum Auto gehen. Dann hat unsere Wahrnehmung bereits unser Verhalten verändert.
Ob an diesem Ort tatsächlich besonders viele Überfälle stattfinden, ist für diese Prozesse zunächst zweitrangig. Für unser Verhalten ist entscheidend, wie gefährlich wir die Situation empfinden. Und genau deshalb ist wahrgenommene Kriminalität gesellschaftlich mindestens ebenso interessant wie die reine Anzahl registrierter Straftaten.
Wird wirklich alles immer schlimmer?
Wer wissen möchte, wie sich Kriminalität in Deutschland entwickelt, wird vermutlich zunächst einen Blick in die Polizeiliche Kriminalstatistik, kurz PKS, werfen. Sie erfasst die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten und bildet damit das sogenannte Hellfeld der Kriminalität ab. Auch sie zeigt selbstverständlich nicht „die gesamte Kriminalität“, denn Straftaten, die nicht angezeigt oder der Polizei auf andere Weise bekannt werden, tauchen dort nicht auf. Sie bleiben im sogenannten Dunkelfeld.
Trotzdem ermöglicht die PKS einen wichtigen Blick auf die Entwicklung registrierter Kriminalität. Und dieser Blick ist deutlich differenzierter als das einfache Gefühl, alles werde immer gefährlicher.
Im Jahr 2025 registrierte die Polizei bundesweit rund 5,5 Millionen Straftaten. Das waren 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Wie unterschiedlich sich einzelne Deliktsbereiche entwickeln können, zeigt beispielsweise die Gewaltkriminalität: Während sie 2024 gegenüber dem Vorjahr noch um 1,5 Prozent auf 217.277 Fälle gestiegen war, ging sie 2025 erstmals seit 2021 wieder zurück – um 2,3 Prozent auf 212.335 Fälle.
Es wäre deshalb falsch zu behaupten, Kriminalität nehme grundsätzlich immer weiter ab, wie pauschal zu sagen, sie nehme ständig zu. Je nachdem, welchen Zeitraum und welche Deliktsart wir betrachten, und welchen Einfluss das Anzeigeverhalten hat, ergibt sich ein anderes Bild.
Noch interessanter wird es jedoch, wenn wir diese Zahlen mit der Wahrnehmung der Bevölkerung vergleichen. Untersuchungen zeigen immer wieder eine Diskrepanz zwischen registrierter Kriminalität und ihrer subjektiv wahrgenommenen Entwicklung. Menschen können also überzeugt sein, dass Kriminalität deutlich zunimmt, ohne dass sich eine entsprechende Entwicklung in den Kriminalitätsdaten in gleichem Maße wiederfindet.
Doch warum ist das so?
Unser Gehirn liebt keine Statistiken
Stellen wir uns zwei Ereignisse vor:
- An einem Montag gehen in einer Stadt 100.000 Menschen morgens zur Arbeit, bringen ihre Kinder zur Schule, fahren mit der Bahn, gehen einkaufen und kommen abends wieder nach Hause. Nichts Besonderes passiert.
- Am Dienstag wird am Hauptbahnhof ein Mensch bei einem Angriff schwer verletzt.
Über welchen dieser beiden Tage wird berichtet?
Natürlich über den zweiten.
Das ist zunächst weder überraschend noch grundsätzlich problematisch. Medien sollen schließlich über besondere und gesellschaftlich relevante Ereignisse berichten. Niemand erwartet am Abend die Schlagzeile: „Heute gingen 99.999 Menschen unbehelligt ihrem Alltag nach.“
Das Problem liegt also nicht darin, dass Medien über Kriminalität berichten. Entscheidend ist vielmehr, was unser Gehirn aus den Informationen macht.
Menschen beurteilen die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses nämlich nicht ausschließlich anhand statistischer Daten. Stattdessen greifen wir häufig auf mentale Abkürzungen zurück. Eine davon wird als Verfügbarkeitsheuristik bezeichnet.
Das Prinzip ist erstaunlich einfach: Je leichter uns Beispiele für ein Ereignis einfallen, desto häufiger oder wahrscheinlicher erscheint es uns. Haben wir in den vergangenen Tagen mehrere Berichte über Messerangriffe gesehen, können wir entsprechende Fälle sehr schnell aus unserem Gedächtnis abrufen. Unser Gehirn schließt daraus vereinfacht: Wenn mir so viele Fälle einfallen, muss es sehr häufig passieren.
Dabei übersieht es eine entscheidende Information: Warum können wir uns so gut daran erinnern?
Vielleicht nicht deshalb, weil das Ereignis besonders häufig vorkommt, sondern weil es außergewöhnlich, emotional und erschreckend ist – und deshalb berichtet, geteilt und erinnert wird.
Ein spektakuläres Gewaltverbrechen hinterlässt einen wesentlich stärkeren Eindruck als tausend ereignislose Situationen. Und genau dadurch kann sich unsere Wahrnehmung verschieben.
Wenn aus einer Tat hundert Begegnungen werden
Dieser Mechanismus ist nicht neu. Kriminalität war schon immer ein besonders attraktives Thema für Medien. Gewalt, Gefahr, Täter und Opfer lösen Emotionen aus und ziehen Aufmerksamkeit auf sich.
Neu ist allerdings die Geschwindigkeit und Intensität, mit der uns solche Informationen heute erreichen: Früher las man möglicherweise morgens die Zeitung und sah abends die Nachrichten. Heute tragen wir die Nachrichtenquelle permanent in der Hosentasche und fast minütlich erreichen uns neue Informationen aus aller Welt.
Ein spektakulärer Kriminalfall begegnet uns dabei nicht nur einmal. Zunächst erscheint eine Push-Nachricht. Später sehen wir einen Artikel darüber. Ein Bekannter schickt den Beitrag in eine WhatsApp-Gruppe. Auf Instagram sehen wir ein Video vom Tatort. Unter dem Video befinden sich hunderte Kommentare. Am nächsten Tag erklärt jemand bei TikTok den vermeintlichen Hintergrund der Tat und anschließend wird uns vielleicht ein weiterer, ähnlich gelagerter Fall vorgeschlagen.
Für unser Gehirn können daraus gefühlt viele verschiedene Informationen über Kriminalität entstehen – obwohl sie teilweise auf demselben einzelnen Ereignis beruhen.
Hinzu kommt, dass soziale Medien nicht zufällig aufgebaut sind. Inhalte, die Aufmerksamkeit erzeugen, werden kommentiert, geteilt und weiterverbreitet. Gerade emotionalisierende Inhalte besitzen deshalb das Potenzial, besonders sichtbar zu werden. Ein erschreckender Kriminalfall verschwindet nicht zwangsläufig nach einer Nachricht wieder aus unserem Blickfeld, sondern kann uns über Tage hinweg in unterschiedlichen Formen begegnen. So kann der Eindruck entstehen, permanent von Kriminalität umgeben zu sein.
Die Welt, die wir sehen, wird zu unserer Wirklichkeit
Schon lange bevor Instagram, TikTok und Co. existierten, beschäftigte sich die Forschung mit der Frage, welchen Einfluss eine dauerhafte mediale Konfrontation mit Gewalt auf unsere Wahrnehmung haben kann.
George Gerbner entwickelte hierzu schon in den 1970er-Jahren die sogenannte Cultivation Theory, zu Deutsch Kultivierungstheorie. Vereinfacht ausgedrückt geht sie davon aus, dass langfristiger und intensiver Medienkonsum unsere Vorstellung davon prägen kann, wie die Welt außerhalb der Medien aussieht. Wer regelmäßig mit Darstellungen von Gewalt und Kriminalität konfrontiert wird, kann die reale Welt dadurch als gefährlicher und bedrohlicher wahrnehmen.
Daraus entstand der sogenannte Mean-World-Effekt – sinngemäß die Vorstellung einer „bösen“ oder gefährlichen Welt. Menschen mit einem hohen Konsum gewalthaltiger Medien können demnach dazu neigen, ihre Umwelt als gefährlicher und andere Menschen als weniger vertrauenswürdig wahrzunehmen, als es ihre eigenen Erfahrungen eigentlich erwarten ließen.
Dabei ist wichtig: Das bedeutet nicht, dass Medien uns einfach manipulieren und jeder Mensch nach dem Konsum derselben Inhalte automatisch dieselbe Angst entwickelt.
Menschen bringen eigene Erfahrungen, Persönlichkeiten, Lebensumstände und bereits vorhandene Einstellungen mit. Auch Alter, Geschlecht, persönliche Opfererfahrungen, das soziale Umfeld oder das allgemeine Sicherheitsgefühl können beeinflussen, wie wir Kriminalität wahrnehmen.
Medien liefern uns also nicht einfach eine fertige Wirklichkeit. Aber sie liefern einen Teil des Materials, aus dem wir unsere Vorstellung von Wirklichkeit zusammensetzen.
Was wir nicht selbst erleben, erfahren wir von anderen
Das ist bei Kriminalität besonders relevant.
Die meisten von uns erleben glücklicherweise nur einen sehr kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Kriminalitätsgeschehens persönlich. Unser Wissen darüber, welche Straftaten stattfinden, wie Täter handeln oder wo Gefahren lauern, stammt deshalb zu großen Teilen aus zweiter Hand. Was wir nicht selbst erleben, erfahren wir aus Nachrichten, sozialen Medien, Erzählungen anderer Menschen oder Unterhaltungsformaten.
Die sogenannte Substitutionstheorie geht davon aus, dass mediale Informationen eigene Erfahrungen teilweise ersetzen können, wenn Menschen in einem Lebensbereich nur wenige persönliche Erfahrungen besitzen. Gerade bei schweren Straftaten ist das relevant: Wer selbst nie Opfer eines Raubes oder eines schweren Gewaltverbrechens geworden ist, was Gott sei Dank auf die Mehrheit von uns zutrifft, bildet seine Vorstellung davon zwangsläufig zu großen Teilen anhand fremder Erfahrungen.
Auch der enorme Erfolg von True Crime macht diesen Mechanismus anschaulich. Podcasts, Dokumentationen und Serien ermöglichen uns, reale Kriminalfälle detailliert mitzuerleben, obwohl wir selbst keinerlei Berührung mit ihnen hatten. Dabei stehen besonders schwere und außergewöhnliche Straftaten im Mittelpunkt. Eine Untersuchung des WEISSEN RINGS ergab beispielsweise, dass rund drei Viertel der untersuchten True-Crime-Formate Mord- und Totschlagsdelikte thematisierten – also gerade jene spektakulären Delikte, die keineswegs den Alltag des gesamten Kriminalitätsgeschehens abbilden und nur einen Bruchteil aller Straftaten ausmachen.
Das bedeutet natürlich nicht, dass True Crime zwangsläufig Angst erzeugt. Solche Formate können ebenso informieren, der Verarbeitung von Ängsten dienen oder sogar das Gefühl vermitteln, Gefahrensituationen besser einschätzen zu können. Sie zeigen aber besonders anschaulich, wie stark die Kriminalität, die wir sehen, von der Kriminalität abweichen kann, die tatsächlich am häufigsten vorkommt.
Medien sind allerdings nur ein Teil des Ganzen. Auch wir selbst verbreiten Kriminalität – genauer gesagt: Informationen darüber.
Stellen wir uns vor, eine Bekannte erzählt beim Abendessen: „Bei uns zwei Straßen weiter wurde gestern eine Frau überfallen.“ Diese Information bleibt vermutlich hängen. Vielleicht erzählen wir am nächsten Tag einer Kollegin davon. Sie wiederum berichtet zu Hause, dass „hier in der Gegend jetzt auch ständig so etwas passiert“.
Aus einem einzelnen Ereignis kann so schnell der Eindruck einer Entwicklung entstehen. Denn auch in persönlichen Gesprächen sprechen wir bevorzugt über ungewöhnliche und emotionale Ereignisse. Dass unser Nachbar gestern unbehelligt mit dem Hund spazieren gegangen ist, erzählen wir normalerweise niemandem. Dass er dabei überfallen wurde, vermutlich schon.
Mediale Berichterstattung und soziale Kommunikation können sich dadurch gegenseitig verstärken: Besonders drastische Fälle erhalten mediale Aufmerksamkeit, werden von Menschen aufgegriffen, weitererzählt, kommentiert und geteilt und dadurch wiederum stärker wahrgenommen.
Aus einem objektiv seltenen Ereignis kann so eine subjektiv allgegenwärtige Gefahr werden.
Aber ist die Angst deshalb „falsch“?
Nein.
Und diese Unterscheidung ist wichtig!
Wenn sich ein Mensch nachts an einem Bahnhof unsicher fühlt, hilft ihm in diesem Moment wenig, wenn jemand erklärt, sein statistisches Risiko sei gering. Das Gefühl der Unsicherheit existiert trotzdem.
Subjektive Sicherheit ist eine bzw. unsere eigene Realität.
Kriminalitätsfurcht kann beeinflussen, welche Wege wir nehmen, welche Orte wir besuchen, ob wir unsere Kinder allein fahren lassen, ob wir öffentliche Verkehrsmittel nutzen, welche Sicherheitsmaßnahmen wir treffen und wie sehr wir anderen Menschen vertrauen. Sie kann damit unsere Lebensqualität beeinflussen – selbst dann, wenn wir niemals tatsächlich Opfer einer Straftat werden.
Und sie wirkt über den Einzelnen hinaus: Wenn viele Menschen glauben, Kriminalität nehme massiv zu, kann dies das Vertrauen in Polizei, Justiz und Politik beeinflussen und die Zustimmung zu sicherheitspolitischen Maßnahmen verändern. Die Wahrnehmung von Kriminalität wird damit selbst zu einer gesellschaftlich relevanten Größe. Deshalb wäre es ebenso falsch, Kriminalitätsfurcht einfach als irrational abzutun, wie jede subjektiv empfundene Gefahr automatisch mit einer objektiven Gefahrenlage gleichzusetzen.
An dieser Stelle schließt sich der Kreis zu den Mechanismen von Angst und Stress, die wir bereits kennengelernt haben: Unser Gehirn wurde evolutionär schließlich nicht dafür entwickelt, Polizeiliche Kriminalstatistiken auszuwerten. Es wurde darauf optimiert, mögliche Gefahren möglichst schnell zu erkennen, um zu überleben: Ein Gehirn, das lieber einmal zu oft Alarm schlägt.
Für unsere Vorfahren war es sinnvoller, ein Rascheln im Gebüsch einmal zu häufig für ein gefährliches Tier zu halten, als eine tatsächliche Gefahr einmal zu übersehen. Im Zweifel lieber Fehlalarm als gefressen werden. Und genau dieses alte Prinzip arbeitet noch immer in uns. Nur trifft unsere hochsensible Alarmanlage (siehe Kapitel „Fight-or-Flight) heute auf eine völlig andere Informationswelt. Wir erfahren innerhalb weniger Minuten von Ereignissen, die hunderte oder tausende Kilometer voneinander entfernt stattgefunden haben. Wir sehen Bilder davon, hören Augenzeugen, lesen Kommentare und bekommen ähnliche Inhalte vorgeschlagen.
Unser Gehirn muss daraus entscheiden: Wie gefährlich ist die Welt, in der ich lebe?
Und dabei kann es sich irren. Nicht weil wir unvernünftig oder besonders ängstlich sind, sondern weil menschliche Wahrnehmung nie eine exakte Kopie der Wirklichkeit war. Sie filtert, bewertet und gewichtet. Emotionales bleibt stärker hängen als Alltägliches. Verfügbares erscheint wahrscheinlicher. Wiederholtes erscheint bedeutsamer.
Vielleicht ist deshalb die wichtigste Frage beim nächsten erschreckenden Kriminalitätsbericht nicht:
„Wie gefährlich ist unsere Welt geworden?“
Sondern zunächst:
„Was weiß ich gerade tatsächlich – und was fühlt sich nur so an?“
Beides ernst zu nehmen und gleichzeitig voneinander unterscheiden zu können, ist vermutlich einer der wichtigsten Schritte zu einem realistischen Umgang mit Kriminalität, ihrer Wahrnehmung und unserer eigenen Angst davor.