Systemische Gewaltintervention & Anti-Gewalt-Therapie (SGI®)
Ausbildung.
Zertifizierte Weiterbildung für Fachkräfte in Gewaltberatung, Täterarbeit und Deeskalation
Die Ausbildung Systemische Gewaltintervention & Konfrontative Anti-Gewalt-Therapie (SGI®) ist eine zertifizierte Weiterbildung für Fachkräfte, die professionell mit gewaltbereiten, hochkonflikthaften oder delinquenzgefährdeten Menschen arbeiten. Sie richtet sich an Sozialpädagog:innen, Sozialarbeiter:innen, Psycholog:innen, Therapeut:innen, Mitarbeitende in Jugendhilfe und Bewährungshilfe, Fachkräfte aus Justiz, Maßregelvollzug, Schulsozialarbeit sowie Anti-Gewalt-Programmen. Wer im Bereich Gewaltberatung, Täterarbeit, Deeskalation oder Opferschutz tätig ist und seine Kompetenz auf ein fundiertes, wissenschaftlich gestütztes Niveau heben möchte, findet hier eine strukturierte und praxisnahe Qualifizierung.
Für wen ist diese Ausbildung geeignet?
Die Ausbildung „Systemische Gewaltintervention & Konfrontative Anti-Gewalt-Therapie (SGI®)” richtet sich an Fachkräfte, die professionell mit gewaltbereiten, hochkonflikthaften oder delinquenzgefährdeten Menschen arbeiten.
Typische Berufsgruppen sind:
- Sozialpädagog:innen und Sozialarbeiter:innen
- Psycholog:innen und Therapeut:innen
- Fachkräfte der Jugendhilfe
- Bewährungshelfer:innen und Justizmitarbeitende
- Mitarbeitende im Maßregelvollzug und in der Forensik
- Schulsozialarbeit und Streetwork
- Mitarbeitende in Anti-Gewalt-Trainings und Präventionsprojekten
Diese Weiterbildung ist ideal für alle, die ihre Kompetenz in Gewaltberatung, Täterarbeit, konfrontativer Pädagogik und systemischer Deeskalation auf ein fundiertes, wissenschaftlich gestütztes Niveau heben möchten.
Der Mehrwert: Warum diese Ausbildung für Gewaltberatung entscheidend ist
Professionelle Arbeit mit gewaltbereiten Personen erfordert mehr als Gesprächsführung. Sie verlangt:
- fundiertes Wissen in Kriminologie und Viktimologie
- professionelle Risikoeinschätzung und Gefährdungsanalyse
- sichere konfrontative Gesprächsführung
- systemische Fallanalyse
- Integration der Opferperspektive
- nachhaltige Rückfallprävention
- rechtssicheres Arbeiten im institutionellen Kontext
Diese Ausbildung vermittelt praxisnah, wie Gewaltmuster erkannt, analysiert und nachhaltig verändert werden können – mit klarer Haltung, strukturierter Methodik und hoher fachlicher Sicherheit. Die Ausbildung ist kompakt und intensiv aufgebaut und erstreckt sich über sieben bis neun Monate. In sieben aufeinander aufbauenden Modulen erwerben die Teilnehmenden umfassende Kompetenzen in professioneller Gewaltberatung und Täterarbeit. Zunächst werden Grundlagen moderner Gewaltforschung, Tätertypologien sowie zentrale Aspekte von Kriminologie und Viktimologie vermittelt. Darauf aufbauend lernen die Teilnehmenden, Gewaltdynamiken systematisch zu analysieren, Risiko- und Gefährdungseinschätzungen vorzunehmen und fundierte Fallstrukturen zu entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der konfrontativen Methodik: Wie gelingt es, Bagatellisierungen, Schuldumkehr oder Manipulation klar und respektvoll zu begegnen? Wie kann Verantwortung eingefordert werden, ohne Beziehung zu zerstören?
Ergänzend werden systemische Perspektiven integriert, um familiäre Dynamiken, Loyalitätskonflikte und institutionelle Rahmenbedingungen professionell zu berücksichtigen. Ein eigenes Modul widmet sich Trauma, Bindung und Neurobiologie, damit Fachkräfte Stressreaktionen, Dissoziation oder affektive Eskalationen besser verstehen und regulative Interventionen gezielt einsetzen können. Ebenso zentral ist die Vermittlung von Strategien zur Emotions- und Impulskontrolle, zur Rückfallprävention sowie zur Entwicklung individueller Sicherheits- und Schutzpläne. Rechtliche Grundlagen, institutionelle Kooperation und Dokumentationssicherheit runden das Curriculum ab.
Die Weiterbildung ist stark praxisorientiert. Fallarbeit, Rollenspiele, Supervision und strukturierte Reflexionsprozesse sorgen dafür, dass Theorie unmittelbar in Handlungskompetenz übersetzt wird. Die Teilnehmenden bearbeiten eigene Praxisfälle, erstellen Risikoanalysen und reflektieren ihr professionelles Handeln unter fachlicher Begleitung. Dabei steht eine klare Haltung im Mittelpunkt: Respekt ohne Verharmlosung, Empathie ohne Parteinahme, Klarheit ohne Demütigung und Konsequenz ohne Machtmissbrauch. Opferschutz hat stets Priorität.
Das Ausbildungskonzept: Konfrontativ, systemisch, praxisorientiert
Die Weiterbildung verbindet:
- Konfrontative Pädagogik
- Konfrontative Therapie
- Systemische Beratung
- Kriminologische Theorien
- Viktimologische Ansätze
- Neurobiologische Grundlagen der Selbstregulation
- Professionelles Deeskalationsmanagement
Gewalt wird dabei nicht moralisch bewertet, sondern fachlich analysiert – als erlernte Strategie, als dysfunktionales Beziehungsmuster oder als Ausdruck fehlender Emotionsregulation.
Im Mittelpunkt steht die Balance zwischen:
- Klarer Konfrontation
- Tragfähiger Arbeitsbeziehung
- Verantwortungseinforderung
- Strukturierter Intervention
- Opferorientierung
Ziel ist nicht kurzfristige Verhaltensanpassung, sondern nachhaltige Veränderung gewalttätiger Handlungsmuster.
Inhalte der Ausbildung im Überblick
Die Ausbildung umfasst ca. 250 Unterrichtseinheiten über 7-9 Monate und besteht aus 7 aufeinander aufbauenden Modulen:
- Grundlagen professioneller Gewaltarbeit
- Kriminologie und Tätertypologien
- Viktimologie und Opferperspektive
- Diagnostik und Gefährdungseinschätzung
- Konfrontative Methodik in der Einzelberatung
- Professionelle Haltung und Autorität
- Trauma, Bindung und Neurobiologie
- Emotions- und Impulskontrolle
- Systemische Gewaltberatung
- Opferschutz und Sicherheitsplanung
- Rechtliche Grundlagen und institutionelle Kooperation
- Praxisphase mit Supervision und Abschlusskolloquium
Teilnehmende bearbeiten reale Praxisfälle, erstellen Risikoanalysen und dokumentieren Beratungsprozesse fachlich korrekt.
Professionelle Haltung als Schlüsselkompetenz
Diese Weiterbildung ist keine reine Methodenschulung.
Sie ist eine Qualifizierung in professioneller Haltung.
Teilnehmende lernen:
- Respekt ohne Verharmlosung
- Empathie ohne Parteinahme
- Klarheit ohne Demütigung
- Konsequenz ohne Machtmissbrauch
Der Schutz potenzieller Opfer steht dabei immer im Mittelpunkt der Arbeit.
Praxisorientierung und Qualitätsstandards
Die Ausbildung kombiniert:
- Fachinput
- Fallarbeit
- Rollenspiele
- Videoanalyse
- Supervision
- Praxisreflexion
Verbindliche Qualitätsmerkmale:
- Dokumentierte Praxisfälle
- Supervisionsnachweise
- Ethikkodex
- Fortbildungspflicht
- Transparente Zertifizierung
Damit ist die Weiterbildung anschlussfähig für Jugendhilfe, Justiz, Präventionsarbeit und institutionelle Kooperationspartner.
Berufliche Perspektiven nach der Ausbildung
Absolvent:innen arbeiten qualifiziert in:
- Täterarbeit bei häuslicher Gewalt
- Anti-Gewalt-Programmen
- Jugendhilfe und Bewährungshilfe
- Schulen und kommunalen Einrichtungen
- Forensischen Einrichtungen
- Beratungsstellen und freien Trägern
- Präventionsprojekten und Deeskalationstrainings
Die Qualifikation stärkt sowohl fachliche Sicherheit als auch institutionelle Anerkennung.
Fazit: Professionelle Gewaltarbeit braucht Struktur und Haltung
Wer mit gewaltbereiten Menschen arbeitet, benötigt klare Methoden, kriminologisches Fachwissen und systemische Analysekompetenz. Diese Ausbildung vermittelt genau diese Kombination – praxisnah, fundiert und zertifiziert.
Begleitet werden einzelne Module von einer Fachanwältin für Strafrecht, einer Diplom Psychologin, sowie Ex-Intensivtätern.
Termine
Systemische Gewaltintervention & Anti-Gewalt-Therapie (SGI®)
- Ort: Mülheim an der Ruhr
- Beginn: 25. September 2026
- Kosten: 2.975,00 € (zahlbar in 3 Raten)